Kann man mit einem Fahrtenbuch richtig Geld sparen?

Februar 4, 2019 by  
Erschienen unter Nützliche Tipps, Spartipps

Wer sein Fahrzeug beruflich nutzt, muss den Privatanteil der Fahrten, die mit dem eigenen Firmenwagen erledigt werden, versteuern. Dabei hat jeder Gewerbetreibende die Wahl zwischen der sogenannten Ein-Prozent-Methode oder dem Führen eines Fahrtenbuches. In vielen Fällen ist ein Fahrtenbuch die bessere Wahl, allerdings sind hier einige Auflagen zu erfüllen, damit das gewählte Fahrtenbuch auch vom Finanzamt akzeptiert wird.

Ein-Prozent-Methode oder Fahrtenbuch?

Grundsätzlich wird bei der Ein-Prozent-Methode vom Finanzamt eine Pauschale in Höhe von einem Prozent des Bruttolistenpreises des Fahrzeugs als Steuerbetrag berücksichtigt. Dabei ist es gleichgütig, ob es sich um einen Neuwagen oder um ein gebrauchtes Fahrtzeug handelt. Zudem wird in diesem Fall auch nicht berücksichtigt, ob Sie tatsächlich die privaten Fahrten überhaupt unternommen haben.

Entscheiden Sie sich für das Führen eines Fahrtenbuches werden die tatsächlich gefahrenen Kilometer bei der Steuererklärung berücksichtigt. Wird das Fahrzeug größtenteils geschäftlich genutzt, ist das Führen eines Fahrtenbuches immer die bessere Entscheidung. In diesem Fall lassen sich Steuern einsparen.

Hinweis: Grundsätzlich kann jeweils zum Jahreswechsel von der Ein-Prozent-Methode auf ein Fahrtenbuch umgestiegen werden. Wie dies in der Praxis gelingt, sollten Sie einfach mit ihrem Steuerberater klären. In vielen Fällen kann sich der Umstieg auf ein klassisches Fahrtenbuch wirklich lohnen.

Hemmschwelle Fahrtenbuch

Natürlich bedeutet das Führen eines Fahrtenbuches einen zusätzlichen Aufwand. Wer bereits in seinem Job viele Aufgaben erledigen muss, soll nun noch ein lückenloses Fahrtenbuch führen. Zumal es klare Vorgaben vom Finanzamt gibt, wie ein Fahrtenbuch auszusehen hat. Dabei ist die gesetzliche Regelung dazu nicht immer einheitlich und oft kompliziert.

Grundsätzlich gilt, die Einträge im Fahrtenbuch müssen zeitnah, chronologisch, lückenlos und verständlich formuliert sein. Bei einem Fahrtenbuch hat der Nutzer zwei Alternativen. Er kann ein klassisches Fahrtenbuch handschriftlich in Papier führen oder auf ein elektronisches Fahrtenbuch zurückgreifen.

In der Praxis bedeutet dies, dass jede Fahrt mit dem jeweiligen Datum, dem Kilometerstand, dem Reiseziel und dem Reisezweck vermerkt werden muss. Zudem muss zwischen der privaten der geschäftlichen Nutzung unterschieden werden.

Wer den zusätzlichen Aufwand scheut, greift idealerweise zu einem elektronischen Fahrtenbuch, das direkt in das Fahrzeug eingebaut wird. Dies geschieht in der Regel über die Diagnoseschnittstelle des Fahrzeugs (OBD). Allerdings existieren auch hier strenge Auflagen seitens des Gesetzgebers. Hier muss besonders darauf geachtet werden, dass beim elektronischen Fahrtenbuch keine nachträglichen Änderungen bei den Eingaben möglich sind. Idealerweise sollte das Produkt über den Vermerk „entspricht den Anforderungen von § 8 Abs. 2 Satz 4 EstG“ verfügen.

Fahrtenbuch unter Excel

Natürlich ist Excel eine äußerst nützliche Software. Allerdings akzeptieren die meisten Finanzämter keine Fahrtenbücher, die unter Excel entstanden sind. Auch hier ist es nicht gewährleistet, dass die Einträge nachträglich verändert werden können. Dies bedeutet allerdings nicht, dass das bekannte Programm zur Tabellenkalkulation nicht bei der Verwaltung der Fahrten genutzt werden kann. So ist es bestens geeignet, um eigene Statistiken zu erstellen. Zudem ist bei vielen Selbstständigen Excel auf dem Tablet oder dem Laptop schnell zur Hand. So können schnell und einfach die einzelnen Fahrten protokolliert werden. Am Ende des Arbeitstages müssen dann allerdings die so ermittelten Fahrten in das eigentliche Fahrtenbuch handschriftlich übertragen werden.

Hinweis: Teilweise wird auch der Ausdruck eines Fahrtenbuches via Excel akzeptiert, wenn die handschriftlichen Aufzeichnungen zusätzlich vorliegen. Allerdings sollte in diesem Fall auf jeden Fall ihr Steuerberater dies im Vorfeld mit dem zuständigen Finanzamt klären.

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